Auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM) in Hannover sind beide Promotionspreise an Kölner Arbeiten vergeben worden.
Dr. rer. nat. Jeremai Hose wurde für seine Dissertation im Bereich der Forensischen Toxikologie ausgezeichnet. Die Arbeit entstand unter der wissenschaftlichen Leitung von Priv.-Doz. Dr. Hilke Andresen-Streichert im Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Köln. In seiner Dissertation untersuchte Dr. Hose, inwieweit sich Phosphatidylethanol (PEth) in der Routineanwendung für den Nachweis eines Alkoholkonsums eignet. Neben der Aussagekraft und praktischen Anwendung lag ein besonderer Fokus auf der Untersuchung von Dried Blood Spots als alternative Probenmatrix. Dies ist klinisch vor dem Hintergrund relevant, dass PEth alternativ zu Ethylglucuronid (EtG) in die Richtlinie für die Wartelistenführung und Organvermittlung zur Lebertransplantation übernommen werden soll.
Der zweite Promotionspreis ging im Bereich Forensische Morphologie an Dr. Victoria Fischer. Auf dem Gebiet der Wundballistik entwickelte sie unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Kamphausen in einer experimentellen Arbeit ein Simulationsmodell für Haut auf Silikonbasis. Dieses Modell schließt die Lücke zu den bereits etablierten Modellen für Weichteilgewebe (Gelatine, Glyzerinseife) sowie Knochen (Polyurethan) und eignet sich vor allem für die Rekonstruktion von Schussentfernungen und Berechnungen zur Energieübertragung von Geschossen auf den Körper.
